Bis in die 1940er Jahre hatte der Bahnhof in Mühldorf zunächst nur eine geringe Bedeutung. Er hatte seine volle Ausdehnung noch nicht erreicht und der Güterbahnhof besaß noch nicht die weitläufigen Anlagen die wir heute (noch) kennen.
Durch den zweiten Weltkrieg stieg die Beförderungsleistung, vor allem im Güterverkehr, sprunghaft an, so dass man sich Gedanken über den Ausbau des nun völlig überlasteten Knotenbahnhofs machte. In der Zeit von 1941 bis 1943 entstanden so zusätzliche Gleisanlagen und modernere Stellwerke.
Ein Kind dieser Bauperiode stellt unser Stellwerk Mfw dar, Mfw steht dabei als Abkürzung für "Mühldorf Fahrdienstleiter West". Es regelte bis zur Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks Mühldorf die westliche Bahnhofsausfahrt und den westlichen Teil des Güterbahnhofs.
Die folgenden Bilder zeigen den Bedientisch von Mfw, ein sogenanntes Vierreihenhebelwerk der Vereinigte Eisenbahn-Signalwerke GmbH. Diese Bauart stellt eine hochentwickelte Technik der elektromechanischen Stellwerke dar. Durch Drehung eines Knopfes auf dem Bedientisch im obersten Stockwerk werden über Wellen Relais im Relaisraum, der sich ein Stockwerk tiefer befindet, bedient. Elektrische Kontakte auf diesen Wellen führen dann die gewünschten Handlungen aus. Ein aufwendiges Verschlussregister verhindert Fehlbedienungen und lässt nur vorgesehene Schaltvorgänge zu. Durch diese Bauart entstand ein über 12 Quadratmeter großer Bedientisch.